Binsenwahrheit

Auf dieser Seite können Sie alles über Binsenwahrheit oder auch Binsenweisheiten erfahren. Sie haben hier die Möglichekeit schon eingestellte, vermeindliche Wahrheiten mit "wahr" oder "unwahr" bewerten, ihr Kommentar dazu schreiben oder eine Erklärung über diese Weisheit zu verfassen. Außerdem können Sie eigene Weisheiten veröffentlichen.


Alles über Binsenweisheiten:


Definition und Herkunft

Binsenweisheiten oder auch Binsenwahrheit sind allgemein bekannte Information. Oft wird der Begriff verwendet, wenn man ausdrücken will, dass eine Information im Grunde keinen besonderen Wert hat. Die Feststellung "Das ist eine Binsenwahrheit" bezieht sich auf einen zwar richtigen, aber so selbstverständlichen Satz, daß es sich nicht lohnt, ihn auszusprechen oder gar zu diskutieren. Es ist also eine Wahrheit, die überall so bekannt und verbreitet ist wie die Binsen. Der Begriff spielt auf die weite Verbreitung der Binsen (Gräser) an sowie auf die einfache, knotenlose Form der Binse. Die Binsen (Juncus) sind die namengebende Gattung der Binsengewächse (Juncaceae), die mit weltweit etwa 300 Arten, in Deutschland 29 Arten, verbreitet ist. Kennzeichnendes Merkmal dieser ausdauernden, krautigen Pflanzen sind die starren, rundlichen und borstlich zugespitzten Blattspreiten. Diese sind meist hohl oder mit einem schwammartigen, sogenannten Sternparenchym (Durchlüftungsgewebe, Aerenchym) erfüllt, welcher der Versorgung mit Sauerstoff dient. Binsen waren früher keine zu schützende Pflanze, sie wuchsen überall, wo ein bischen Wasser war. Und im Gegensatz zu anderen Grasarten besitzen Binsen keine Knoten. Eine Binsenwahrheit ist demnach eine 'glatte Sache' ohne Verwicklungen und Verknotungen, d.h. ohne Schwierigkeiten.

Schon im Lateinischen war die Redewendung nodum in scirpo quaerere („Stengelknoten auch an der Binse suchen“) in den Komödien von Plautus und Terentius bekannt. Dieses sinnlose und unnötige Verfahren übertrug sich im laufe der Zeit auf unnötige Informationen.

Schon im Altgriechischen findet sich ein Gleichnis oder es wird sogar die Ursprungssage davon abgleitet: König Midas soll ein Sohn des Gordios und der Kybele gewesen sein und seiner Mutter das große Heiligtum in Pessinus geweiht haben. Er soll seinem Barbier verboten haben, weiter zu verbreiten, dass ihm Eselsohren gewachsen waren, die er unter seinen Haaren verbarg. Doch der geschwätzige Barbier konnte das Geheimnis nicht für sich behalten und rief es in ein Erdloch. Die Binsen aber, die dort wuchsen, flüsterten es weiter (eine Anspielung auf das Geräuschs wehender Binsen), bis alle Binsen davon sprachen und alle Welt es wusste – es war somit zur „Binsenwahrheit“ geworden.


Etymologie (Wortherkunft):

Substantiv, feminin

Silbentrennung:
Bin·sen·weis·heit , Plural: Bin·sen·weis·hei·ten

Herkunft:
[1] lateinisch nodum in scirpo quaerere = einen Knoten an der (bekannt glatten) Binse suchen = Schwierigkeiten suchen, wo es keine gibt

Beispiele:
[1] Es ist eine Binsenweisheit, dass Pflanzen zum Gedeihen Licht brauchen.


Heutige Weisheiten:


Über diese Seite:

Sind all diese Volkswahrheiten zutreffend oder nicht? Stimmt es mir als Kind erzählt wurde oder hat der Nachbar von gegenüber mit seinen Aussagen recht? Diese Fragen versucht diese Seite zu klären und mithilfe verschiedenster Menschen die unterschiedlichsten Binsenweisheiten, Gerüchte, Volkswahrheiten oder Plattitüde zu klären. Heute wird nämlich vieles ungeprüft weitererzählt. Eltern erzählen ihren Kindern Geschichten, um sie zu erziehen oder zu belehren. Das ist bestimmt zutreffend und schadet niemandem. Doch auch Erwachsene haben irgendwo, irgendetwas, von irgendwem gehört und verbreiten diese Gerüchte einfach ungeprüft weiter. Hilf auch du uns Licht in den Wald der Halbwahrheiten zu bringen!




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